SJB FondsEcho. BNY Mellon Vietnam, India and China Fund (WKN A0NG03, IE00B2PC0M60). MiFID-Risikoklasse nach SJB: 5.

27. November 2013 von um 15:00 Uhr

SJB FondsEcho. Analytisch. Wöchentlich. Verständlich. SJB. Mehr. Als Fonds. Kaufen.

Das aktuelle SJB Team: FondsEcho. Von links: Dr. Volker Zenk, Gerd Bennewirtz und Peter Gorynski.

Die Regierung der Volksrepublik China kündigte auf ihrem jüngsten Reformgipfel an, in Zukunft Privatfirmen eine zentralere Stellung innerhalb des eigenen Wirtschaftssystems einzuräumen. Der Einfluss der großen Staatsbetriebe soll damit weiter zurückgehen, die Märkte sollen eine noch grundlegendere Bedeutung erhalten.

Aber nicht nur China rüstet sich für die kommenden Herausforderungen; Indien ist dabei, durch eine geldpolitische Straffung den jüngsten Kursverfall der indischen Rupie zu stoppen und durch weitere Reformen die Grundlage für ein erneutes Anziehen der Wirtschaftsaktivität zu legen. Aktuell wird von Seiten der Weltbank für das im März 2014 endende Haushaltsjahr mit einem BIP-Plus von +4,70 Prozent gerechnet. Noch höher sind die aktuellen Wachstumsraten in Vietnam. Der asiatische „Tigerstaat“ wird der Prognose der Asiatischen Entwicklungsbank zufolge in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von +5,20 Prozent erreichen.

Nimmt man die um die 7,5-Prozent-Marke schwankenden Prognosen für den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in China hinzu, verfügt man als Anleger mit dem Dreigestirn Vietnam, Indien und China über ein wachstumsstarkes Trio aus dem Bereich der asiatischen Schwellenländer. Genau hier liegt der geographische Schwerpunkt des BNY Mellon Vietnam, India and China Fund EUR A (WKN A0NG03, ISIN IE00B2PC0M60). Der Fonds erwirbt Aktien dieser drei aufstrebenden asiatischen Nationen und rundet das Portfolio durch ausgewählte Titel weiterer Emerging Markets wie Thailand, Korea und Taiwan ab. Der BNY Mellon-Fonds wurde im Juni 2008 aufgelegt und wird von den beiden FondsManagern Abhijit Sarkar und Hugh Simon verwaltet. Die beiden Asienexperten der Hamon Investment Group operieren von Hongkong aus und verwenden als Vergleichsindex den MSCI Emerging Markets Asia. Der Fonds hat den US-Dollar als Basiswährung und verfügt derzeit über ein Volumen von umgerechnet 10,6 Millionen Euro. Während das Investmentprodukt im Gesamtjahr 2012 ein überzeugendes Plus von +27,20 Prozent in Euro erzielen konnte, fällt die Wertentwicklung im bisherigen Jahresverlauf mit -21,99 Prozent weniger erfreulich aus. Mit welcher Strategie bewegt sich der BNY Mellon-Fonds in den volatilen Aktienmärkten von Vietnam, Indien und China?

SJB FondsSkyline,Gerd Bennewirtz und Dr. Volker Zenk

Dr. Volker Zenk (rechts) ist seit 2011 Mitglied im 7-köpfigen FondsAnalysten Team von Gerd Bennewirtz (links) bei der SJB FondsSkyline OHG 1989.

FondsStrategie. Bottom-up-Analyse. Praktiziert.

Der BNY Mellon Vietnam, India and China Fund hat sich langfristiges Kapitalwachstum zum Ziel gesetzt und investiert hierzu in Aktien von Unternehmen, die ihren Sitz in Vietnam, Indien und China (incl. Hongkong) haben oder dort den überwiegenden Teil ihrer Geschäftstätigkeit ausüben. Dem FondsPortfolio können Aktien aus weiteren asiatischen Emerging Markets beigemischt werden. Die beiden FondsManager Abhijit Sarkar und Hugh Simon verfolgen einen nicht an der Benchmark orientierten Investmentansatz und legen besonderen Wert auf gründliche Fundamentalanalysen. Im Zuge einer Bottom-up-Strategie werden die attraktivsten Werte aus dem Anlageuniversum herausgefiltert, Beschränkungen mit Blick auf die Marktkapitalisierung sind nicht zu beachten. Sarkar und Simon praktizieren ein aktives Titelmanagement und wenden in Abhängigkeit vom Wirtschaftszyklus Value- oder Growth-Strategien an, um die Performance weiter zu optimieren. Generell strebt der Fonds ein konzentriertes Portfolio von weniger als 60 Einzelaktien an, wobei neben Large Caps auch kleine und mittlere Unternehmen erworben werden. Wie ist das FondsPortfolio im Einzelnen strukturiert?

FondsPortfolio. China. Favorisiert.

In der geografischen Allokation des BNY-Mellon-Fonds liegt China mit einem Anteil von 33,0 Prozent auf dem ersten Platz. Mit einigem Abstand folgen Indien und Hongkong, wo jeweils 17,0 Prozent des FondsVermögens investiert sind. In Vietnam ist der Fonds mit 15,0 Prozent seines Volumens engagiert, auf Platz fünf der regionalen Aufteilung findet sich Thailand mit 9,0 Prozent. In Südkorea sind 8,0 Prozent des FondsVolumens angelegt, Aktien aus Taiwan besitzen einen Anteil von 2,0 Prozent. Per Ende September ist der Fonds nahezu vollständig investiert, die Liquiditätsquote liegt unter 1,0 Prozent. Wie stellt sich die Branchengewichtung des von Hongkong aus gemanagten Fonds im Detail dar? Im BNY Mellon Vietnam, India and China sind Technologietitel mit 25,0 Prozent des FondsVolumens am stärksten vertreten. Mit etwas Abstand folgen Finanzwerte (20,0 Prozent) sowie Industrietitel (12,0 Prozent). Hersteller von Luxusgütern nehmen 12,0 Prozent des FondsVolumens ein, Konsumtitel decken 10,0 Prozent des Portfolios ab. Komplettiert wird die Branchenallokation durch Aktien aus dem Gesundheitswesen und Energietitel (jeweils 7,0 Prozent) sowie Telekomwerte (4,0 Prozent). Die größte Einzelposition des Fonds ist der Milch- und Joghurt-Produzent Vietnam Dairy Products, als weiteres vietnamesisches Unternehmen befindet sich Petrovietnam unter den Top 10. Weitere Schwerpunkte sind chinesische Technologiefirmen (Sina Corp, Sapphire Technology) und Finanzdienstleister wie die aus Hongkong stammende Far East Horizon Ltd.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse stellen wir den BNY Mellon Vietnam, India and China Fund dem FTSE All-Emerging Asia Pacific All Cap Index als Benchmark gegenüber. Über drei Jahre ist die Korrelation mit 0,87 stark ausgeprägt, für ein Jahr geht sie auf 0,78 zurück. Die insgesamt hohe Parallelität der Kursverläufe von Fonds und SJB-Vergleichsindex findet ihren Niederschlag in der Kennzahl R², die für drei Jahre 0,75 beträgt und sich über ein Jahr auf 0,61 ermäßigt. Damit haben sich mittelfristig 25 Prozent der Fondsentwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 39 Prozent. Die Zahlen zeigen eine zunehmende Unabhängigkeit des FondsManagements von der Titel- und Länderauswahl des Referenzindex, der von 10,08 Prozent auf 11,10 Prozent zulegende Tracking Error im Dreijahreszeitraum weist in dieselbe Richtung. Welche Volatilitätswerte verzeichnet der asiatische Emerging-Markets-Fonds?

FondsRisiko. Schwankungen. Erhöht.

Der BNY Mellon Vietnam, India and China Fund weist für drei Jahre eine Volatilität von 22,99 Prozent auf, die merklich oberhalb des Schwankungsniveaus von 16,33 Prozent liegt, das der FTSE All-Emerging Asia Pacific All Cap Index im selben Zeitraum zu verzeichnen hat. Über ein Jahr schwankt der Schwellenländerfonds gleichsam stärker als der Referenzindex für asiatische Schwellenländer: Hier beträgt die „Vola“ des BNY-Mellon-Fonds 19,71 Prozent, wohingegen die von der SJB ausgewählte Benchmark eine Schwankungsbreite von 15,71 Prozent aufweist. Die zwischen vier und sechs Prozentpunkten höhere Volatilität des aktiv gemanagten Aktienfonds sorgt dafür, dass dieser im Vergleich zum passiven Referenzindex das weniger attraktive Risikoprofil aufweist.

Die überdurchschnittlichen Wertschwankungen des FondsProduktes manifestieren sich auch in dem oberhalb des Marktniveaus liegenden Beta des Fonds von 1,25 für drei Jahre. Im Einjahreszeitraum geht die Risikokennzahl auf 1,07 zurück, liegt damit aber weiter über dem Marktrisikofixwert von 1,00. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte zeigt, dass die Kennziffer durchweg wenig attraktiv ausfiel und der Fonds damit die schwächere Risikostruktur besitzt: Das Beta war in allen der letzten 28 betrachteten Einzelzeiträume stärker ausgeprägt als der marktneutrale Wert von 1,00 und schwankte dabei zwischen Werten von 1,07 im Tief und 1,61 in der Spitze. An der prinzipiell erhöhten Volatilität des FondsProduktes gibt es damit nichts zu deuteln; welche Renditen konnte das FondsManagement auf dieser Basis erwirtschaften?

Gerd Bennewirtz ist Teamchef vom SJB FondsAnalystenTeam.

FondsRendite. Aufholpotenzial. Vorhanden.

Per 11. November 2013 hat der BNY Mellon Vietnam, India and China Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von -47,52 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von -19,33 Prozent p.a. entspricht. Der FTSE All-Emerging Asia Pacific All Cap Index liegt in diesem Zeitraum mit seiner Performance gleichfalls im Minus, das jedoch moderater ausfällt: Der Aktienindex mit seinem Fokus auf die asiatischen Schwellenländer wartet mit einer Gesamtrendite von -9,24 Prozent in Euro bzw. einem Ergebnis von -3,18 Prozent jährlich auf. Beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr liegt der Emerging-Markets-Fonds von BNY Mellon erneut nur auf dem zweiten Platz: Mit einer Wertentwicklung von -20,13 Prozent fällt das FondsProdukt deutlich hinter den SJB-Vergleichsindex zurück, der mit einem weit geringeren Kursabschlag von -1,88 Prozent auskommt. Kurz- wie mittelfristig weist der BNY-Mellon-Fonds mit seinem Fokus auf Vietnam, Indien und China damit eine teils erhebliche Minderrendite zur gewählten Benchmark auf – eine Situation, die für massives antizyklisches Aufholpotenzial sorgt.

Die wenig attraktive Wertentwicklung des BNY-Mellon-Fonds manifestiert sich auch in dem negativen Alpha, das über drei Jahre bei -1,36 liegt. Auf Jahressicht präsentiert sich die Renditekennzahl mit -1,64 nochmals schwächer. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte kann das Bild aus Sicht des Fonds kaum freundlicher gestalten. Dem Schwellenländerprodukt gelang es in den 28 untersuchten Betrachtungsperioden lediglich zwei Mal, den FTSE-Referenzindex zu schlagen. Dabei wurde ein Alpha von 0,23 in der Spitze generiert. In 26 der betrachteten Einjahreszeiträume verzeichnete der BNY Mellon Vietnam, India and China Fund hingegen eine schwächere Wertentwicklung als die SJB-Benchmark und markierte negative Alpha-Werte bis -2,51 im Tief. Damit kann das Rendite-Risiko-Profil des Fonds nicht überzeugen: Unter durchweg höheren Kursschwankungen werden fast ausschließlich schwächere Performanceergebnisse erzielt.

Peter Gorynski (Mitte) ist seit 2010 Mitglied im Team der FondsAnalysten von Gerd Bennewirtz bei der SJB FondsSkyline OHG 1989.

SJB Fazit. BNY Mellon Vietnam, India and China Fund.

Investoren, die sich an den traditionell schwankungsintensiven asiatischen Emerging Markets engagieren möchten, finden in dem BNY Mellon Vietnam, India and China Fund einen der ganz wenigen Fonds mit einem nennenswerten Vietnamanteil. Ob dies als Kaufargument ausreicht, ist angesichts der jüngsten Wertentwicklung zumindest fraglich: Wenig glückliche Anlageentscheidungen auf den beiden Hauptmärkten Indien und China haben bei dem Fonds für ein beträchtliches Aufholpotenzial zu seinen Höchstständen gesorgt.

BNY Mellon. Hintergründig.

BNY Mellon ist ein global operierender Finanzdienstleister und Investmentmanager, der Institutionen und Unternehmen genauso wie Privatanleger betreut. BNY Mellon ist weltweit in 36 Ländern aktiv sowie an mehr als 100 Märkten tätig. Das Unternehmen verwahrt ein Volumen von 26,2 Billionen US-Dollar und verwaltet ein Vermögen von 1,4 Billionen US-Dollar. Stand: 31.12.2012. SJB-Abfrage: 14.11.2013.

Internet: www.bnymellon.com

SJB FondsEcho immer: Analytisch. Wöchentlich. Verständlich. SJB FondsSkyline OHG 1989. Mehr. Als Fonds. Kaufen.

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